Nachgedacht über Leitungswasser

Annahme: Das trinken von Leitungswasser ist gut für die Umwelt. (keine PET-Flaschen werden produziert/weggeworfen, keine weiteren Transporte)

Unter diesem Gesichtspunkt finde ich, sollte man kein Mineralwasser kaufen, sondern das Wasser benutzen welches direkt in jeden Haushalt geliefert wird. Denn eine Wasserleitung führt in jedes Haus, die Kosten für das Wasser aus der Leitung sind nur ein Hundertstel von dem aus dem Supermarkt. Nur was tun, wenn es nicht schmeckt? Mit Zusätzen wie Sirup, Zitronensaft kann der Geschmack verbessert werden. Ebenso die Aufbereitung als Tee oder Kaffee macht das Wasser aus dem Hahn trinkbar.

Dann gibt es noch Möglichkeiten Wasser selbst aufzubereiten. Die unterschiedlichsten Wasserfilter entkalken das Wasser, es lässt sich Sprudel hinzu fügen. So wird das Wasser nach Bedarf aufgewertet.
Die unterschiedlichen Systeme lassen, so meine Recherche, laufende Kosten von 3-13 Cent pro Liter erwarten. Das ist soviel, wie das billigste Wasser aus dem Supermarkt.

Entkalktes Wasser wäre auch sinnvoll für unterschiedliche Haushaltsgeräte. Waschmaschinen ohne Entkalker gehen schneller kaputt, Toiletten und Wasserkocher müssen viel häufiger gereinigt werden, dank dem Kalk. Daher würde es sich empfehlen, Wasser insgesamt von Kalk zu befreien.

Es halten sich Gerüchte, Wasser aus dem Hahn sei ungesund. Dazu habe ich den Ratgeber „Trink was – Trinkwasser aus dem Hahn“ vom Umwelt Bundes Amt gefunden. Ich fasse zusammen was ich dort erfahren habe. Leitungswasser wird regelmäßig kontrolliert, die Qualität ist also gesichert bis zu dem Moment in dem es in die Rohrleitung des Wohnhauses fließt. Aus aktuellen Untersuchungen geht hervor, dass die Grenzwerte nur in Einzelfällen überschritten wurden. Ab dem Übergang auf das Grundstück ist der Haus- oder Wohnungseigner für die Leitungen und damit für die Qualität des Wassers verantwortlich.
Wasser das länger als 4 Stunden steht, also Stagnationswasser, sollte nicht zur Zubereitung von Speisen benutzt werden. Erkennbar macht sich das frische unbedenkliche Wasser dadurch, dass es deutlich kühler ist als das Stagnationswasser. Stagnationswasser soll deshalb nicht als Lebensmittel benutzt werden, da es möglicherweise durch Korrosion oder Inhaltsstoffe des Leitungsmaterials verunreinigt ist.

Ein weiterer Punkt der mir bei meiner Recherche aufgefallen ist, ist die Verunsicherung durch Verunreinigungen des Leitungswassers mit Hormonen. Tatsächlich ist das ein Problem – und zwar bei Wasser aus Flaschen! Die erlaubten Grenzwerte für Wasser welches in Flaschen abgefüllt wird liegen höher als die für das Wasser aus der Leitung. Zusätzlich entstehen noch weitere Verunreinigungen durch Plastikflaschen welche die Potenz vermindern.
Grundwasser ist sowohl Ausgangsprodukt für Flaschenwasser als auch für Leitungswasser. Dadurch lassen sich ungewollte Zusatzstoffe nicht durch den Konsum von Flaschenwasser umgehen.

Mein Fazit

Es fällt leicht, sich für den Verzehr von Leitungswasser auszusprechen. Es ist günstiger, weniger aufwändig zu beschaffen, die Qualität wird besser kontrolliert und es ist tatsächlich besser für die Umwelt.
Es wäre interessant herauszufinden, ob Wasser nicht auch schon in den Kläranlagen entkalkt werden kann. Vor allem in Gebieten wie Unterfranken, wo das Wasser sehr kalkhaltig ist, wäre dies eine Verbesserung. Es bliebe herauszufinden ob die Schäden durch Kalk teurer kommen als das generelle Entkalken.

Am Rand: Sollte das Leitungswasser aufgrund von besonderen Gegebenheiten (unglaublich alte Leitung, anderes Land) keine Option sein, hat Wasser aus den dickwandigen nachbefüllbaren PET Flaschen die beste Umweltbilanz.

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6 Kommentare

Eingeordnet unter nachgedacht

6 Antworten zu “Nachgedacht über Leitungswasser

  1. Bernd Lauert

    Ich habe vor einer Weile mal eine Dokumentation über die öffentliche Wasserversorgung gesehen, bei der sie eindrücklich den Punkt machten, dass die Wasserabrechnung pro Wasserverbrauch totaler Mumpitz ist, weil das teure die Fixkosten sind und nicht das Wasser. Und weil man mit den Kosten pro Wasserverbrauch die Leute zum Sparen bringt, was dann zu weniger Wasserbewegung führt, was zu mehr Keimen im Wasser führt, was die Wasserqualität senkt. In Berlin war die Reaktion der Wasserwerke darauf, dass sie periodisch die Hydranten aufdrehen und sinnlos Wasser in die Gegend pumpen.

  2. Ralph Metzger

    Hallo Michaela, marce und Baeni

    ich hoffe doch ihr seid Euch einig, dass Wasser nicht privatisiert werden darf ?

    🙂

    https://news.piratenpartei.de/showthread.php?tid=264127&highlight=Wasser

    Beste Grüße Ralph

  3. Bernd

    Das habe ich auch lange gemacht, dann jedoch einen Bericht über deutsches Leitungswasser gesehen und dann noch etwas im Internet nachgelesen. Nach ofiziellen Tests haben wir in Deutschland sehr gute Wasserqualität. Die Tests sind allerdings unzureichend. Es gibt keine Grenzwerte für Medikamentbelastung. Gerade durch die Frauenwelt und ältere Personen landen viele Medikamente im WC. Vor allem solche die in uneren Hormonhaushalt eingreifen.

    • mkeupp

      Hallo Bernd!
      Ja Hormone gibt es leider viele im Wasser. Dazu habe ich wie oben geschrieben auch etwas gefunden. Folge mal dem Link! Flaschenwasser ist ja auch nur abgefülltes Trinkwasser also Leitungswasser. Zusätzlich wird Wasser zu einem großen Teil in Plastikflaschen verkauft, welche Weichmacher absondern können. „Wir mussten feststellen, dass Mineralwasser hormonell betrachtet in etwa die Qualität von Kläranlagenabwasser aufweist“ sagt Jörg Oehlmann in diesem Zusammenhang.
      Jeder muss für sich selbst entscheiden was er für vertrauenswürdiger hält.
      Einen schönen Sonntag Dir

      • Bernd

        > «Das Gute an einer östrogenisierten Gesellschaft kann sein, dass die Kriminalität zurückgeht», prophezeit die wissenschaftliche Leiterin….

        Selten so einen Schwachsinn gelesen. Andersherum gedacht: Das gute an einer Gesellschaft mit unfruchtbaren Frauen wäre dann vielleicht, daß die Rate der Schwangeschaftsabbrüche zurückgeht?

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