Nachgedacht über Parkplätze

Es gibt nirgends genug Parkplätze. Ich habe eine Untersuchung gesehen, nach der es in der Innenstadt von Würzburg Straßen gibt, deren Verkehr zu dreiviertel aus Autos besteht, welche auf der Suche nach einem Parkplatz sind. Dreiviertel. Das heißt, nur jeder vierte Aufofahrer fährt durch diese Straße weil er sie durchqueren möchte, oder weil er in dieser bestimmten Straße etwas machen möchte. Die restlichen fahren völlig unnütz entlang, denn Parkplätze gibt es nur wenige. Was es aber gibt, ist ein gutes Verkehrsleitsystem. An allen wichtigen Straßen hängen große Schilder, die anzeigen, wie viele Parkplätze in der Parkhäusern der Innenstadt frei sind. Selten steht dort mal eine einstellige Zahl, oder gar eine Null.

Andere Straße. Die Straße ist breit, sehr breit. Es ist ausreichend Platz da. Ganz außen Vorgärten für die Häuser, dann ein breiter Gehsteig, eine Baumreihe, eine Reihe Parkplätze, die Fahrspur, alles jeweils doppelt. Ganz in der Nähe befindet sich ein Parkhaus, welches selten ausgelastet ist. Genug Platz für all die Autos die dort auf der Straße stehen, und somit genug Platz für einen überaus komfortablen Fahrradweg. Diesen könnte man in diese Straße bauen, damit die Autos nicht mehr hinter den Radfahrern mit 30 km/h herschleichen müssen. Denn auf beiden Spuren ist ständig was los und genug Platz um ein Fahrrad zu überholen ist dann doch leider nicht.

Aber diese Parkplätze müssen hier bleiben, denn ansonsten gäbe es einen Aufschrei, unter den Autofahrern. Sagt die Stadt. Das Planungskonzept sieht es nun mal vor, das in diesen Straßen Parkplätze sind! Bautechnisch lässt sich an der vorhandenen Lösung nichts ändern.

Ich habe eine Idee, wie man das ändern könnte. Die Preise der Parkplätze an der Oberfläche, im Freien, sollten erhöht werden. Erst um 50 Cent pro Stunde, dann um einen ganzen Euro. Das könnte anfangs etwas mehr Geld in die Kassen der Stadt spülen, denn Autofahrer versuchen gerne, genau bis zu ihrem Ziel zu fahren. Auch wenn sie wissen, das in den meisten Fällen kein Parkplatz frei ist. Aber freiwillig direkt in die Parkhäuser? Nein! Da können die noch so toll beleuchtet und ausgeschildert sein.

Wenn aber nun die Parkplätze draußen teurer werden gibt es eine Chance. Die Parkhäuser wären im Vergleich immer noch ungemein günstig, ist das nicht ein genialer Geheimtipp?

Mein Fazit

Es gibt doch genug Parkplätze. Aber zu wenige, die diese Parkplätze benutzen und danach den restlichen Weg laufen oder umsteigen auf den ÖPNV. Es müssen Anreize geschaffen werden, damit genau das passiert. Und schon wäre die Innenstadt lebenswerter, ruhiger und sowohl Autofahrer als auch Radfahrer müssen sich weniger ärgern.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter nachgedacht

Eine Antwort zu “Nachgedacht über Parkplätze

  1. Jan

    Ideen von Nicht-StadträtInnen und Nicht-WVV-AufsichtsrätInnen sind in Würzburg nicht gewünscht – statistische Informationen zur Auslastung werden geheim gehalten, obwohl die WVV die live-Auslastung online stellt (hat da jemand lust nen Daten-Sammel-bot zu programmieren?). Absurderweise wird ein finanzieller Anreiz geliefert, auf der Straße kostbaren Platz zu blockieren: Parkhäuser kosten meist 1,5€/Stunde, Oberirdisch meist 0,5€/Stunde – würden die Straßenparkplätze gleich teuer (oder sogar teurer) als Parkhäuser, würde sich die Auslastung der Parkhäuser verbessern, neue Räume wären nutzbar, die Autofahrer würden ne ganze Menge sprit sparen und hätten nen Anreiz auf Fahrrad/ÖPNV umzusteigen, die Innenstadt würde von Stau, Abgasen und Verkehrslärm entlastet.

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