Nachgedacht über Pfandsammler

Am Flughafen werfen viele Leute ihre Flaschen weg. Man braucht schließlich etwas zu trinken bis zum Gate, und danach ebenfalls. Nun scheinen einige Menschen sich damit ihren Lebensunterhalt aufzubessern. Gerade bei den Mülleimern vor den Gates fallen innerhalb kurzer Zeit größere Mengen Leergut an. Und eben dort kommen sie vorbei, Menschen mit großen festen Plastiktaschen, die die Flaschen aus den Mülleimern angeln.
Hier dieser schwerfällig laufende Rentner, vielleicht 75 Jahre alt, sitzt neben einem Mülleimer am Flughafen. Er sitzt und wartet, bis jemand eine Flasche in den Müll wirft. Oder eine Zeitung, die fischt er heraus damit er etwas hat um sich die Zeit zu vertreiben. Manchmal macht er einen kleinen Spaziergang, zu anderen Mülleimern in denen er Pfandgeld finden kann.

Was ist das nur für eine Gesellschaft in der das nötig ist? Alte Menschen sollten ihren wohlverdienten Altersruhestand genießen, und nicht an Flughäfen umher irren müssen, auf der Suche nach alten Flaschen um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Und das nicht mal ohne Konkurrenz, innerhalb von dreißig Minuten kommen vier unterschiedliche Männer und Frauen immer wieder vorbei gekommen, die scheinbar eine Tour durch das Flughafengelände ablaufen. Alle mit großen Tüten oder Sporttaschen, um die Beute zu transportieren.

In Berlin gibt es ein Projekt von Lemonaid, bei dem Flaschenkisten an Straßenlampen aufgehängt werden. Damit keiner im Müll wühlen muss, und damit die Flaschen intakt bleiben. Dafür muss man nur eine leere Getränkekiste in der Mitte aufschneiden, das Loch für die Berliner Laternen hat genau die größe einer DVD. Ein solches Loch kann man sich anzeichnen und dann aus der Kiste heraussägen. Dann nimmt man sich Kabelbinder, und befestigt die Kiste an einer Laterne. Zum Schluss kommen noch Aufkleber darauf, welche die Kiste als „Pfandkiste“ ausweisen. Nun gilt es zu hoffen, dass diese Option angenommen wird.

Mein Fazit

Leere Flaschen auf die Pfand ist sollte man den Sammlern direkt geben. Oder neben den Mülleimer stellen. Nur weil man selbst die paar Cent gerade nicht brachen kann, muss das nicht bedeuteten das es für alle gleich Müll ist.
Aber auf Dauer muss anders an diesem Problem gearbeitet werden. Jeder sollte genug Geld haben zum Leben. Freiwillig und aus Spaß an der Jagd Flaschensammeln… das ist in Ordnung. Aber ich habe meine Zweifel das die Pfandsammler das Geld nicht brauchen.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter nachgedacht

Eine Antwort zu “Nachgedacht über Pfandsammler

  1. Um solche Bilder zu sehen, muss man nicht einmal in die Großstadt gehen. Selbst hier in Würzburg sieht man immer mehr Menschen, die in Parks die Abfalleimer durchsuchen oder auch in Altglascontainern fischen.

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