Was verbirgt sich hinterm „Leistungsschutzrecht“

Leistungsschutzrecht. Klingt ja eigentlich sehr sinnvoll, Leistung soll geschützt werden. Na wenn sie Schutz braucht kann das nicht verkehrt sein. Was hat es nun aber tatsächlich damit auf sich, mit dem Leistungsschutzrecht, wie es seit August in den Medien ist? Der Begriff klingt nicht nach dem was sich dahinter verbirgt. Beim Leistungsschutzrecht für Presseverleger (wie es genauer heißt) geht es nicht darum, das eine Leistung an sich geschützt werden soll. Es geht darum, die Überschriften und Snippets von Nachrichtenmeldungen im Internet zu einer Ware zu machen.
Leistungsschutzrecht für Presseverleger… das ist fast so, als würde der Produzent vom Einzelhandel-Geschäft in dem er seine Werbeplakate aufhängt Geld verlangen dafür das dieses dort hängen.

Viele Dienste im Internet haben keine eigene Nachrichtenabteilung, sondern fassen mithilfe von Suchmaschinen Meldungen zusammen und verlinken so auf andere Webseiten. Das ist eine echt tolle Sache, um Informationen zu verbreiten und bekannter zu machen. Denn durch eine interessante Überschrift wird der Leser zur entsprechenden Seite gelotst wird. Für den Seitenbetreiber bedeutet das ein Klick mehr, ein Benutzer mehr, der sich auch andere Inhalte der Seite anschauen kann, der die Werbung sieht und so möglicherweise Geld über Werbeeinnahmen verspricht.

Nun soll es aber ein Gesetz geben, welches dafür sorgt, dass für diese Überschriften und Snippets bezahlt werden muss. Wer möchte denn das? Gibt es jemanden, der verhindern möchte, dass die Internetauftritte von Zeitschriften besucht werden? Nein, das irrwitzige an der Geschichte ist, dass eben diese zu großen Teilen das Gesetz befürworten! Sie wollen Geld dafür haben, dass jemand auf Ihre Meldungen aufmerksam macht.
Wer darunter leidet sind Blogger und kleinere Verlage, die Dominanz der großen Zeitschriften wird gestärkt. Die Informationen werden dadurch leider nicht bessern, sondern nur einseitiger. Sobald niemand mehr Stellung zu einer Meinung beziehen kann, weil er keine Möglichkeit hat sich darauf zu beziehen leidet die Objektivität im Netz, die Möglichkeit sich frei zu äußern.

Zum Glück aber kann man etwas dagegen tun, und zwar die e-Pedition „Urheberrecht – Ablehnung des Leistungsschutzrechts für Presseverlage vom 16.08.2012“  unterschreiben. Es gibt natürlich auch noch mehr Argument gegen das Leistungsschutzrecht von den Piraten, dort rate ich euch nachzulesen, sollten meine Überlegungen als nicht ausreichend erscheinen.

Mein Fazit

Manchmal lohnt es sich, einen langweilig klingenden Begriff genauer anzuschauen.

Die Online-Petition-Plattform des Bundestages benutze ich zwar selten, aber dass ist einer der Momente wo ich mich einlogge. Ist auch ganz einfach, anmelden, bestätigen und fertig. Es werden übrigens, wenn gewünscht keine Klarnamen veröffentlicht.

Advertisements

2 Kommentare

Eingeordnet unter nachgedacht

2 Antworten zu “Was verbirgt sich hinterm „Leistungsschutzrecht“

  1. Auch wenn derzeit die Snippetsauger weitgehend Maschinen sind, die nix anderes wollen, als ihre Werbung mit Content anderer zu verpacken, finde ich eine gesetzliche Initiative hier überflüssig. Den Contenthaien werden die großen Suchmaschinen eh das (Über-)Leben schwer machen.

    Die Petition zeichnen sollte schon sein, auch weil das zumindest mittelfristig für Einschränkungen in Bezug auf Zitate haben würde.

    • mkeupp

      Danke für den Kommentar ^.^
      Es gab ja leider nicht genug Mitzeichner. Nun bin ich sehr gespannt wie es rechtlich weiter gehen wird, welche Konsequenzen sich ergeben. Und ob da vielleicht doch ein Fehler entsteht, durchs Gesetz zum Leistungsschutzrecht.
      Grüßli

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s