Nachgedacht über Lebensmittelabfälle

Ganz schön krass – 11 Millionen Tonnen Lebensmittel laden in Deutschland jährlich im Müll. Logisch denkt man zuerst mal an die Supermärkte oder Großunternehmen, welche Lebensmittel wegewerfen. Aber das ist dann doch etwas vorschnell.

In einer Studie hat die Universtität Stuttgart herausgefunden, dass 61 Prozent der Abfälle aus privaten Haushalten stammen! Nicht die Gaststätten die aus Hyginegründen zubereitetes Essen wegwerfen müssen nachdem es einmal auf dem Teller lag, sondern die privaten Haushalte an sich sind es, die soviele Lebensmittelabfälle produzieren. Der Einzelhandel produziert laut der Studie nur 5% der Abfälle. Ein aktueller Trend – das Containern – schafft also nur im geringem Maße Abhilfe.

Ein großer Teil der Lebensmittelabfälle sind vermeidbar. Auf der Seite des Films „Taste the waste“ gibt es eine schöne Übersicht was jeder einfach und direkt verändern kann. Die Ratschläge gehen über das bekannte „Geh nicht hungrig einkaufen“ hinaus. Beispielsweise verderben Lebensmittel nicht so schnell, wenn sie richtig gelagert werden. Oder das das Mindesthaltbarkeitsdatum ist nicht mit dem Verbrauchsdatum gleichzusetzen ist. Wie viel Joghurt wohl weggeworfen wird, weil er „einen Tag drüber“ ist?

In vielen deutschen Städten formiert sich zudem eine Bewegung mit dem Namen foodsharing. Der Name ist etwas irreführgend – essen soll nicht geteilt sondern weitergegeben werden. Stellt man fest, dass diese oder jenes Lebesmittel Zuhause verderben wird, weil es nicht schmeckt oder weil die Zeit zur Verarbeitung fehlt, kann mithilfe der Webseite das Lebensmittel zur Weitergabge angeboten werden.
Ja noch viel mehr, der Verein Foodsharing spricht bei genügend Foodsavern in einer Region kleinere Läden, Bäckereien, Marktstände an, und fragt dort ob Dinge die sonst im Müll landen würden von Foodsavern abgeholt werden können. Es gibt schon unzählige Kooperationen mit Lebensmittelketten oder unzähligen kleinen Betrieben, welche es selbst leid sind, essbare Lebensmittel wegzuwerfen, nur weil sie nicht in 1A Zustand sind.
Ich habe die Sache mit dem Foodsharing ausprobiert – und seither kaufe ich kein Gemüse mehr im Supermarkt. Bei mir in der Gegend gibt es ein paar Betriebe welche sich beteiligen. Von dort gehe ich dann voll bepackt mit einem super Gefühl und je nach Tag und Saison gefüllten Taschen voller Gemüse weg. Gibt es einmal nicht ein bestimmtes Gemüse, welches ich mir gerade wünsche, kaufe ich es mir direkt auch auf dem Markt – das Geld welches ich mir spare kann ich ja ausgeben für höherwertigere Lebensmittel. Und die lassen sich in Würzburg zum Beispiel an jedem Wochentag ohne o direkt auf dem Marktplatt beim Grünen Markt kaufen.

Fazit

Jeder kann ganz einfach bei sich selbst anfangen, etwas an unserem Wegwerfwahn zu verändern. Geziehlter einkaufen oder gar aktiv werden, für jeden gibts den passenden Grad der Beteiligung.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter nachgedacht

Eine Antwort zu “Nachgedacht über Lebensmittelabfälle

  1. Genau darüber habe ich mir gestern auch Gedanken gemacht … Es gibt eine App, die helfen soll, dass nicht mehr so viel Lebensmittel im Müll landen: https://golygamie.wordpress.com/2015/04/22/lebensmittel-app-zu-gut-fuer-die-tonne/ – ein paar gute Tipps sind echt dabei 🙂

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